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Ergebnisse der Umfrage „Südring“ – März/ April 2022

1. Worum geht es?

Im Mobilitätsausschuss vom 01.02.2022 wurde mehrheitlich beschlossen, Planungen in Richtung Gegenverkehr auf dem Südring anzustoßen.

Von der Verwaltung wurde eine Machbarkeitsstudie beauftragt. Sie ergibt, dass der Umbau des Südrings zum Zwei-Richtungsverkehr straßenbautechnisch möglich ist und rein rechnerisch für die Heiligenhauser Bürger*innen weniger Umwege und damit weniger CO²-Ausstoß mit sich bringen würde. Mit der Umgestaltung ist allerdings auch der Umbau sämtlicher Kreuzungspunkte verbunden. Diese Maßnahme ist daher nur in Absprache mit dem Kreis möglich. Über die möglichen Kosten des Umbaus ist bis jetzt nichts bekannt.

Wir Grünen hatten uns bei der Abstimmung im Mobilitätsausschuss enthalten, weil wir uns eine ergebnisoffene Neuplanung des Südrings wünschen, intern viele Pro- und Contraargumente diskutiert haben und uns bei den bisherigen Planungen die Meinung der Anwohner zu kurz kam.

Anwohnerbefragung: Daher haben wir die Bürgerbeteiligung selbst in die Hand genommen und via Flyer eine Umfrage an rund 465 Haushalte entlang des Südrings verteilt.

  • Umfragezeitraum: 11.04. – 30.04.2022
  • Gesamtzahl der verteilten Flyer: ~465; Rückantworten: 74
  • Intention: Einholen eines Stimmungsbildes der Anwohner, was ihnen bei der Umgestaltung des Südrings wichtig wäre – und was weniger wichtig.
  • Test für eine Bürgerbeteiligung

2. Der Flyer

Abbildung 2‑1 Flyer Seite 1

Abbildung 2‑2 Flyer Seite 2

3. Ergebnisse

Im Folgenden werden die Auswertungen auf die verschiedenen Fragen (vgl. Abbildung 2-2 Flyer Seite 2) dargestellt:

Tabelle 3‑1 Bewertung Gegenverkehr

Tabelle 3‑2 Bewertung zweispurige Einbahnstraße

Tabelle 3‑3 Bewertung einspurige Einbahnstraße

Tabelle 3‑4 Bewertung Radwege

Tabelle 3‑5 Bewertung Parkplätze

Tabelle 3‑6 Bewertung breiter Bürgersteige

Tabelle 3‑7 Bewertung einer Geschwindigkeitsbegrenzung

Tabelle 3‑8 Bewertung, Umwege zu fahren

Tabelle 3‑9 Bewertung weniger Verkehrsaufkommen

Tabelle 3‑10 Bewertung besserer Querungsmöglichkeiten

4. Kommentare

Das Kommentarfeld des Flyers (siehe Abbildung 2-2 Flyer Seite 2) wurde intensiv und ausführlich genutzt. Alle Kommentare werden im Wortlaut auf unserer Internetseite www.gruene-heiligenhaus.de veröffentlicht, würden hier aber den Rahmen des Berichtes sprengen. Wir haben die Kommentare nach immer wieder auftretenden Schlagworten sortiert. Meist genannt und gewünscht sind Parkplätze (11x), Blitzer/ Geschwindigkeitskontrollen (10x) sowie Geschwindigkeitsbegrenzung (7x). Sortiert man die Begriffe in eine Wortwolke, bei der die häufigen Begriffe am größer erscheinen, ergibt sich folgendes Bild der am häufigsten genannten Schlagworte:

Abbildung 4‑3 Schlagwortsortierung als Wortwolke

5. Zusammenfassung

Die gute Resonanz hat uns selbst überrascht. Fast zwanzig Prozent der Anwohnenden haben mitgemacht und uns ihre Meinung mitgeteilt bei einer Umfrage, die nicht einmal offiziell von der Verwaltung kam, sondern von einer Partei. Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass sich nur die wenigsten mit der Einrichtung eines Gegenverkehrs auf dem Südring anfreunden können. Die meisten befürchten eine Zunahme des Verkehrs, mehr Lärm und eine Verschlimmerung der ohnehin angespannten Parksituation. Stattdessen wünschen sie sich mehr Parkmöglichkeiten, ein niedrigeres Tempolimit und häufigere Geschwindigkeitskontrollen. Auch eine einspurige Straßenführung und einen Radweg entlang des Südrings können sie sich gut vorstellen.

Die bislang veröffentlichten Planungsentwürfe stoßen bei den meisten Südring-Anwohner*innen eher auf Unverständnis oder Ablehnung. Sie fürchten, dass durch Gegenverkehr die ohnehin knappen, straßenbegleitenden Parkplätze wegfallen und sich der Parkdruck noch verschärft. Außerdem, so einige Kommentare, sei die Verkehrssituation nach Eröffnung des Autobahnteilabschnitts endlich etwas entspannter geworden. Durch Einrichtung eines Gegenverkehrs würde die Lärm- und Abgasbelastung wieder zunehmen. Man kann diese Meinungen verschieden betrachten, und sicherlich verändert sich durch die Einrichtung von Gegenverkehr nicht nur der Südring, sondern die Verkehrssituation in ganz Heiligenhaus.

Aber die Bürgermeinung sollte nicht ignoriert werden – und wir wünschen uns eine ergebnisoffene Neuplanung. Alle Ergebnisse der Umfrage werden auf unserer Homepage veröffentlicht. Wir übergeben sie außerdem im Mobilitätsausschuss an die Verwaltung und die Fraktionen und weitere Ausschussmitglieder. Auch wenn sich damit der Ausschussbeschluss natürlich nicht abändern lässt, hoffen wir doch, dass bei allen weiteren Planungen sowohl die berechtigten Sorgen als auch die konstruktiven Vorschläge der Anwohnenden – und damit unmittelbar Betroffenen – Berücksichtigung finden.

Gez.: Dr. Vanessa Henkels, Kai-Arndt Doth, Stefanie Becker im Mai 2022

www.gruene-heiligenhaus.de

1 Kommentar

  1. Lutz Strenger

    Schade. Wir wohnen in’zweiter’ Reihe direkt am Beginn des Südrings und hätten auch unsere Meinung abgegeben. Total dagegen. Wer Rasen will, tut dies abends. Schau euch das auf der Höseler Straße an, da bringt der Gegenverkehr überhaupt keine Beruhigung. Tempo messen, knallhart durchgreifen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeit. Das brächte Entlastung und Ruhe. Gerne auch nur noch eine Fahrspur, die andere als Radweg. Aber bitte keinen Gegenverkehr.

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