Grüne Weihnachten

Tipps für ein nachhaltiges Weihnachtsfest

1. Der Baum

Ein Weihnachtsfest ohne Christbaum ist für die meisten undenkbar. Dabei sieht es bei dem schmückenden Tannengrün in Sachen CO²-Bilanz echt schlecht aus. Die meisten der Bäume, die bei uns in Deutschland zu Weihnachten verkauft werden, stammen aus Monokulturen in Skandinavien und Osteuropa. Doch nicht nur der lange Transportweg spricht gegen die Import-Bäumchen. Oft kommen in den Plantagen Gifte und Dünger zum Einsatz, die den Boden, das Grundwasser und umliegende Flüsse und Seen belasten. Hinzukommt, dass viele Erntehelfer bei der Ernte des Tannen-Saatguts unter schlechten Arbeitsbedingungen und zu Billiglöhnen ihr Leben riskieren.

Und nun? Am besten wäre es natürlich, ganz auf den Baum zu verzichten. Wer handwerklich geschickt ist, kann sich aus Holzleisten oder Paletten-Resten einen „Tannenbaum“ bauen und diesen mit Kugeln und Lichterkette festlich schmücken. Oder man holt sich Äste aus dem eigenen Garten (z.B. vom Obstbaumrückschnitt) in die Wohnung und dekoriert sie mit Christbaumschmuck in einer Vase zu einem weihnachtlichen Hingucker.

Ohne geht gar nicht?

Wer sich ein Weihnachtsfest so ganz ohne „echten“ Baum nicht vorstellen kann, der holt sich statt der weitgereisten Edel- oder Nordmanntanne lieber eine heimische Fichte oder Kiefer ins Wohnzimmer, am besten aus nachhaltigem Anbau.

Naturland- oder Bioland-zertifizierte Weihnachtsbaum-Anbieter züchten und pflanzen ihre Tannenbäumchen chemie- und pestizidfrei unter fairen Arbeitsbedingungen. Ökologische Betriebe und Verkaufsstellen für „Öko-Tannen“ findet man u.a. bei Fair Trees oder Robin Wood.
Oft ist auch der Förster vor Ort ein guter Ansprechpartner.

Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen

In Sachen Beleuchtung scheiden sich die (Weihnachts-)geister. Die einen schwören auf echte Kerzen, die anderen gehen lieber mit Lichterketten auf Nummer Sicher. Kerzen kauft man am besten aus Stearin oder Bienenwachs, statt aus gesundheitsschädlichem Paraffin. Letztere setzen beim Verbrennen schädliche Substanzen frei und sind daher insbesondere in schlecht belüfteten, geschlossenen Räumen nicht zu empfehlen.

Umweltbewusste Lichterkettenfans greifen zur energiesparenden LED-Variante. Während eine herkömmliche, alte Glühbirnen-Lichterkette innerhalb der Weihnachtszeit Strom in Höhe von rund 30 Euro verbraucht (im Vergleich: Kühlschrank pro Monat ca. 3 Euro), benötigt eine LED-Lichterkette rund 90 Prozent weniger Strom. Aber auch die darf selbstverständlich zwischendurch mal ausgeschaltet werden und muss nicht Tag und Nacht leuchten.

Mehr Nachhaltigkeit geht bei der Christbaumdeko. Wie wäre es z.B. mit selbstgebasteltem Stroh- und Holzschmuck statt Plastikkugeln und Lametta? Oder mit Schmuck aus Naturmaterialien, wie Fichtenzapfen und roten Hagebutten? Auch mit Wollbändern aufgeknüpfte Äpfel, Nüsse und Plätzchen sind eine nachhaltige Deko. Das Beste daran: Nach den Feiertagen kann Weihnachtsbaum nach guter alter Tradition geplündert und „vernascht“ werden.

2. Gut Genießen

Wie das ganze Jahr über, gilt auch zu Weihnachten: kaufe möglichst regional und saisonal und idealerweise Lebensmittel aus ökologischem Anbau. Erdbeeren gehören definitiv nicht auf den Weihnachtsteller. Auch bei Fleisch und Fisch gilt: Weniger ist mehr. Es muss nicht immer der große Festtagsbraten sein. Auch aus Gemüse lassen sich tolle Weihnachtsköstlichkeiten zaubern. Wenn es dann doch die Gans oder der Weihnachtskarpfen werden sollen, dann achtet man am besten auf heimische, biozertifizierte Erzeuger.

Hinter der billigen TK-Gans im Discounter stecken oft osteuropäische Qualzuchten mit Zwangsernährung, damit die Tiere möglichst schnell Fett und Gewicht ansetzen. Hier ist die Biogans vom Bauern aus der Umgebung definitiv die bessere Wahl. Auch der Rinderbraten von örtlichen (Bio)metzger ist in Sachen CO²-Bilanz und Tierwohl dem argentinischen Billig-Import-Rumpsteak vorzuziehen.

Gleiches gilt bei Fisch: Karpfen und Forelle vom benachbarten Fischteich können i.d.R. bedenkenlos aufgetischt werden. Auch Hering aus Nord- und Ostsee oder Lachs aus Bio-Zucht. Von Fisch, Scampi und Co. aus herkömmlichen Aquakulturen lässt man dagegen besser die Finger, zu hoch ist hier die Antibiotika-Belastung und die Belastung für die Umwelt. Eine gute Orientierung bietet auch der Fisch-Einkaufsratgeber vom WWF.

Fairtrade auf dem Plätzchenteller

Gerade in der Weihnachtszeit landen vermehrt Kakao, Schokolade, Tee, Kaffee und Zitrusfrüchte in unseren Einkaufswagen. All diese Import-Waren gibt es auch fair gehandelt – auch den beliebten Schoko-Weihnachtsmann. Vielleicht einfach mal beim nächsten Einkauf darauf achten.

3. Gut verpackt

Jedes Jahr das gleiche. Die Bescherung ist vorüber und Papierkorb und gelber Sack quellen über vor Papier, Folie und Plastik-Umverpackung. Das muss nicht sein! Es gibt zahlreiche tolle Alternativen zum herkömmlichen Geschenkpapierkauf.

Möglichkeit 1 – gebrauchtes Geschenkpapier wiederverwenden: wer beim Auspacken achtgibt, kann das verwendete Papier aufheben und wiederverwenden.

Möglichkeit 2 – Zeitungs- oder Packpapier: Auch mit Zeitungs- oder Packpapier (mit dem Blauen Engel) lassen sich Geschenke schick verpacken. Dekoriert mit Bast- oder Strohkordeln und kleinen Tannenzweigen werden sie zum richtigen Hingucker.

Möglichkeit 3 – Der Geschenkebeutel: egal ob selbstgenäht oder gekauft, Geschenkbeutel aus Stoff lassen sich immer wiederverwenden und können so Jahr für Jahr erneut zum Einsatz kommen. Die Blitzlösung für Eilige: Einfach einen möglichst einfarbigen Stoffeinkaufsbeutel mit Kartoffelstempeln und Farbe weihnachtlich gestalten.

Möglichkeit 4 – Das Geschirrtuch: Geschirrtücher, insbesondere aus Leinen oder festerer Baumwolle, eignen sich besonders gut als Geschenkeverpackung für kleinere bis mittelgroße Geschenke, z.B. als kleines Beutelchen geknotet oder um das Geschenk herum gefaltet und vorsichtig mit Stecknadeln fixiert. Besonders praktisch: Der Beschenkte kann das Tuch hinterher problemlos wieder als Geschirrtuch verwenden.

Möglichkeit 5 – die Geschenkbox: Egal ob leere Streichholzschachtel, Postpakete oder Schuhkarton, viele Alltags-Umverpackungen lassen sich mit ein bisschen Farbe, Schleifenbändern und Bastelgeschick in hübsche Geschenkverpackungen verwandeln.

4. Nachhaltig schenken

Nicht nur die Verpackung, auch der Inhalt zählt. Muss das Geschenk um die halbe Welt geflogen sein oder werde ich vielleicht auch im örtlichen Einzelhandel fündig, bzw. bei Herstellern, die ihre Waren in Deutschland produzieren? Und braucht Oma Erna wirklich die fünfte Weihnachtplätzchendose? Mama Katja das sechste Parfum? Papa Hans die zehnte Krawatte? Höchste Zeit für Alternativen…

Idee 1: Zeit statt Zeug

Die Initiative wurde aus dem Umstand geboren, dass wir uns zu Weihnachten viel zu oft mit Dingen beschenken, die keiner braucht, die unnötig Ressourcen verbrauchen und anschließend ungetragen im Schrank hängen oder sogar weggeschmissen werden. Wie wäre es stattdessen mit Kochabend statt Kochbuch, Reparatur-Nachmittag statt Neukauf, Waldluft statt Parfum, Zoobesuch statt Stofftier… der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Und der Beschenkte freut sich über die gemeinsame Zeit.

Idee 2: Spenden statt Schenken

Wie wäre es in diesem Jahr mit einer Ziege in Afrika für Oma? Oder einem Spielzeugset für Flüchtlingskinder für den Bruder? Verschiedene Hilfsorganisationen (z.B. Oxfam oder Worldvision) bieten die Möglichkeit, konkrete Spenden zu verschenken, begleitet mit einer Karte und Infos über die Spende für den Beschenkten.
Wer sich lieber in Sachen Klima engagiert, der kann zu Weihnachten „ein Stück unversehrte Natur“ verschenken oder einen Baum, der z.B. im Regenwald aufgeforstet wird (Treedom, Primaklima). Und nicht nur im Regenwald, auch vor der eigenen Haustür gibt es die Möglichkeit, „einen Baum zu pflanzen“ und zwar im Heiligenhauser Bürgerwald.

 

 

 

 

 

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